Lesenswert

"Mein Kampf - gegen rechts" erschienen im Europa Verlag

Provokanter Titel. Gerade jetzt - 70 Jahre nach Kriegsende - zum Zeitpunkt der Freiwerdung von Urheberrechten eines unrühmlichen "Buches" mit ähnlichem Titel. Doch, keine Panik, dieses Buch ist ganz anderen Inhalts.

Das Buch ist eine Collage von Geschichten über Menschen, die entweder direkt, selbst von Rassismus betroffen sind und über ihre Erfahrungen sprechen. Oder über Menschen, die sich gegen Rechts engagieren. Alle Geschichten zeigen den heutigen Kampf gegen rechts, um beim Titel zu bleiben.

Die Lebensgeschichte von Mosche Dagan hat mich sehr berührt. Er erzählt seine bewegende Geschichte, wie er Auschwitz überleben konnte. Er verlor bis auf seine Schwester seine gesamte Familie durch die Nazis. Es ist wichtig, daß er seine Erlebnisse und Erfahrungen an folgende Generationen weitergibt. Es ist einmal geschehen, das heißt, es kann immer wieder geschehen. Und solche Berichte können dafür sorgen, daß es doch nicht wieder geschieht.

Oder der Bericht über den Bürgermeister der Kleinstadt Altena im Sauerland, der sich engagiert für Geflüchtete einsetzt. Eine niedergenrannte Unterkunft wurde wieder mit reger Unterstützung der Bevölckerung aufgebaut. Der Rückhalt war da und ist hoffentlich immer noch da und vielleicht nicht nur in Altena sondern überall in Deutschland bzw. Europa.

Das Buch hat ca. 150 Seiten, die sehr gut zu lesen sind. Manche Geschichten sind beeindruckend und manche berührend. Was Sie alle gemeinsam haben ist, daß sie einen bewegen.

Dazu gibt es Vorworte von Iris Berben und Sacha Lobo sowie am Ende ein Apell von Konstantin Wecker.

Ich bin der Meinung, daß 1 EURO als Spende an die Aktion "Gesicht zeigen" gehen.

Also: Kauft das lesenswerte Buch, lest es und spendiert automatisch einen Teil für einen wirklich guten Zweck.